Interaktives Erzählen im Netz


Meisterwerk: Prison Valley

Packende Reise in die Welt der amerikanischen Gefängnisindustrie. In Canon City im Bundestaat Colorado lebt eine ganze Region von 13 Haftanstalten mit ihren über 36000 Insassen. Sie geben dem Tal seinen Namen: Prison Valley. Die Webdoku fängt die Atmosphäre in und um die Gefängnisse ein und erlaubt einen Blick hinter die Kulissen des amerikanischen Strafvollzugs.
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Prison Valley

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Wer steckt dahinter?

Der Journalist David Dufresne und der Fotograf Philippe Brault hatten für ihr Projekt im Jahr 2007 volle Rückendeckung der Produktionsfirma Upian, als sie sich auf ihre Reise in den Südwesten der USA begaben. Schnell war mit ARTE ein weiterer großer Unterstützer gefunden. Nach neun Monaten Arbeit konnte Prison Valley in drei Sprachen (Deutsch, Englisch und Französisch) fertig bei ARTE abgeliefert werden.

Was ist meisterhaft?

Die Webdoku erzählt die Geschichte des „Prison Valley“ auf eine revolutionäre Art: interaktiv und partizipativ. Der Zuschauer wird an die Hand genommen, bekommt aber an ausgewählten Stellen die Möglichkeit mehr zu erfahren und aktiv einzugreifen.

Dabei finden die Autoren ein gelungenes Gleichgewicht zwischen Linearität und Interaktivität: der Zuschauer wird nicht überfordert (wie bei manch‘ anderer Webdoku, bei der Interaktivität durch unüberschaubare Wahlmöglichkeiten und eine fehlende Dramaturgie und Handschrift der Autoren falsch verstanden wird) sondern bekommt Angebote: Hintergrundwissen, Zusatzinfos, Karten und Diskussionsforen, in denen sich sogar die Protagonisten des Filmes zu Wort melden.

Ein Jahr nach Veröffentlichung haben hundert tausende Zuschauer „Prison Valley“ auf Arte angeschaut. Etwa ein Fünftel blieb bis zum Schluss dabei, also mindestens  59 Minuten. Wer die durchschnittlichen Verweilzeiten von Internetnutzern kennt (Spiegel Online etwa acht Minuten, Facebook  etwa 20 Minuten), weiß wie hoch das einzuschätzen ist.

„Prison Valley“ hat es erstmals geschafft, das Internet als Medium auch für längere Dokumentar-Formate interessant zu machen. Nicht umsonst hat die Webdoku fast alle internationalen Preise abgeräumt. Zuletzt den World Press Photo Award  Multimedia und den Grimme Online Award 2011.

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Erstveröffentlichung: 21.4. 2010
Autoren:
David Dufresne, Philippe Brault
Produktion:
Upian, ARTE
Budget:
240.000 Euro (110.000 vom Centre National du Cinema (CNC), 60.000 Euro von Upian, 70.000 Euro von Arte)
Link:
http://prisonvalley.arte.tv/de
Weiterführende Links:
Homepage von David Dufresne (Französisch)

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Trailer:

PRISON VALLEY : Le Trailer from WOOW on Vimeo.

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