Seit zehn Jahren führt der Westen nun schon Krieg in Afghanistan, auch, wenn das von der deutschen Politik so erst seit kurzem formuliert wird. Neueigkeiten vom Hindukusch beschränken sich allerdings meist nur auf kurze und oberflächliche Eindrücke und das Beschreiben von Fakten: Attentat, Truppenbewegung, Zahlen, dazu die innenpolitische Debatte; der unwissende Blick des Westens also – auf 1:30 min verkürzt. Die neue Webdoku von ARTE wirft nicht nur einen Blick, sondern hundert Blicke auf das kriegsgeschundenen Land, läßt sich Zeit und erzählt die afghanische Perspektive. Ziel ist es, das Land und seine Probleme menschlicher, erfahrbarer und nachvollziehbarer zu machen – vor allem auch emotional.
In den letzten zehn Jahren waren ARTE-Reporter mindestens zweimal pro Jahr in Afghanistan und haben die Entwicklung begleitet und Geschichten aus dem Alltag dokumentiert. In mehr als einhundert Elementen der Webdoku kommen Afghanen und internationale Augenzeugen zu Wort: Exilanten, Fotografen, Experten und Karikaturisten. Ein schöner Einstieg ist der sehr gelungene Audioslide “Massoud und Reza” über den Widerstandskämpfer Massoud, der mit einer kleinen Gruppe von Kämpfern die sowjetischen Besatzungsmächte schlagen konnte.
Das Besondere an der Webdoku ist, dass die Elemente erst nach und nach für den Zuschauer frei geschaltet werden. Jeden Tag sollen so auf der ein wenig unübersichtlichen Plattform zwei neue Videos neu zugänglich sein. Der Zuschauer kann sich also nach und nach den gesamten Inhalt erschließen.
Veröffentlichung: Oktober 2011
Autoren: Team von ARTE Reportage
Produktion: ARTE GEIE
Link: afghanistan.arte.tv/?lang=de#/home